Ratgeber · Botanicals

Was ist Queller? Die Salzpflanze aus dem Watt

Wie die Salzpflanze wächst, schmeckt und in unseren Gin kommt

Von Jan Budde 4 Min. Lesezeit

Queller ist eine salzige Küstenpflanze, die im Watt und in den Salzwiesen der Nordsee wächst. Er schmeckt nach Meer, ist knackig und lässt sich roh oder kurz blanchiert essen. Hier erfährst du alles über die Pflanze und warum sie in unserem WATT’N GIN steckt.

Was ist Queller? Die Salzpflanze aus dem Watt

Queller erkennen

Queller sieht ein bisschen aus wie ein Mini-Kaktus ohne Stacheln. Grüne, fleischige Triebe, die in kleine Glieder unterteilt sind und sich nach oben verzweigen. Meist wird er 10 bis 30 Zentimeter hoch.

Blätter sucht man vergeblich, die sind zu winzigen Schuppen zurückgebildet. Im Herbst färbt sich Queller rötlich bis violett, dann leuchten ganze Salzwiesen in warmen Farben.

Botanisch heißt er Salicornia. An der Küste kennt man ihn auch als Glasschmalz, Meeresspargel oder Seespargel.

Wo wächst Queller?

Dort, wo kaum etwas anderes überlebt: im Watt und in den Salzwiesen, die regelmäßig vom Meer überflutet werden. Queller ist die Pflanze, die sich am weitesten ins Watt hinauswagt.

Das ist kein Zufall. Er hat sich perfekt an das Leben im Salzwasser angepasst. Das Salz lagert er in seinen Trieben ein, das Wasser speichert er in seinem fleischigen Gewebe. Daher kommen auch der knackige Biss und der salzige Geschmack.

Ein kleiner Landgewinner

Für die Küste ist Queller wichtiger, als man ihm ansieht. Seine Pflanzen bremsen bei Flut die Strömung. Dadurch setzen sich Schlick und Sand ab, und das Watt wächst langsam in die Höhe. Auf diesem Boden siedeln sich später andere Pflanzen an, und es entsteht neue Salzwiese. Ein Lebensraum für unzählige Vögel und Insekten.

Warum heißt Queller auch Glasschmalz?

Weil er früher tatsächlich bei der Glasherstellung geholfen hat. Verbrennt man Queller, bleibt eine sodahaltige Asche zurück. Die wurde jahrhundertelang gebraucht, um Glas zu schmelzen.

Wie schmeckt Queller?

Salzig, frisch und nach Meer. Dazu ein knackiger Biss, der ein bisschen an junge grüne Bohnen erinnert. Je älter die Pflanze, desto holziger wird sie.

Weil Queller von Natur aus so salzig ist, braucht ein Gericht damit meist kein zusätzliches Salz.

Wann hat Queller Saison?

Queller ist einjährig. Er keimt im Frühjahr und stirbt im Spätherbst ab. Zum Essen sind die jungen, zarten Triebe am besten, die gibt es vor allem im Frühsommer und Sommer.

Zwischen Juni und September blüht er, allerdings so unauffällig, dass man es kaum bemerkt. Die winzigen Blüten sitzen versteckt zwischen den Gliedern.

Queller in der Küche

An der Nordsee ist Queller längst kein Geheimtipp mehr. So kannst du ihn zubereiten:

Zubereitung So geht’s Passt zu
Roh Junge Triebe waschen und klein schneiden Salat, Bowls, als salziges Topping
Blanchiert 1 bis 2 Minuten in kochendes Wasser, dann kalt abschrecken Fisch, Kartoffeln, Pasta
In Butter geschwenkt Kurz in der Pfanne mit etwas Butter erwärmen Fisch, Salzwiesenlamm, Bratkartoffeln
Als Pesto oder Dip Mit Kräutern, Nüssen und Zitrone fein pürieren Brot, Gemüse, Grillgut

Ein Tipp: Wasch den Queller erst kurz vor der Zubereitung. Im Kühlschrank hält er sich ungewaschen ein paar Tage frisch.

Und noch einer: Queller enthält viel Salz und Jod. Er ist deshalb eher eine Würze als ein Gemüse, von dem man sich den Teller vollmacht.

Darf man Queller an der Nordsee sammeln?

Lieber nicht. Große Teile der Küste gehören zum Nationalpark Wattenmeer, und dort ist das Sammeln von Pflanzen streng geregelt. Wer Queller essen möchte, kauft ihn am besten im Sommer auf dem Wochenmarkt oder im Fischfachhandel.

Wir sammeln den Queller für unseren Gin mit einer offiziellen Genehmigung und lesen ihn von Hand. Dabei achten wir darauf, nur gesunde, gut gewachsene Pflanzen zu ernten und den Bestand zu schonen.

Queller im Gin

In unserem WATT’N GIN ist Queller eines von fünf Botanicals, neben Wacholder, Orange, Lavendel und Hagebutte. Er bringt eine salzig-maritime Note ins Glas, die den Gin klar von anderen unterscheidet. So schmeckt die Nordsee, wenn man sie destilliert.

Unser Tipp für den nächsten Gin Tonic: Wenn du frischen Queller bekommst, leg einen kleinen Zweig als Garnitur ins Glas. Wie der perfekte Gin Tonic gelingt, liest du in unserem Ratgeber Gin Tonic richtig mixen.

Mehr darüber, wie unsere Spirituosen entstehen, erfährst du unter Herkunft & Herstellung.

Häufige Fragen

Was ist Queller?

Queller ist eine salzige Küstenpflanze, die im Watt und in Salzwiesen wächst. Er gehört zu den ersten Pflanzen, die neues Land im Watt besiedeln, und ist essbar.

Wie schmeckt Queller?

Salzig, frisch und nach Meer, mit einem knackigen Biss. Ein bisschen wie junge grüne Bohnen mit Meersalz.

Kann man Queller roh essen?

Ja. Junge, zarte Triebe kann man roh essen, zum Beispiel im Salat. Ältere Pflanzen sind holziger und werden besser kurz blanchiert.

Wann hat Queller Saison?

Die jungen Triebe gibt es vor allem im Frühsommer und Sommer. Im Herbst wird die Pflanze rötlich und holzig.

Darf man Queller selbst sammeln?

Im Nationalpark Wattenmeer ist das Sammeln von Pflanzen streng geregelt. Am besten kaufst du Queller auf dem Markt oder im Fischfachhandel.

Warum heißt Queller auch Glasschmalz?

Weil die Asche von verbranntem Queller früher bei der Glasherstellung verwendet wurde.

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